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Radonvorsorgegebiete

Laut Strahlenschutzgesetz sind Radonvorsorgegebiete („Radongebiete“) auszuweisen (§ 121 StrlSchG i.V.m. § 153 StrlSchV). Die Ausweisung obliegt den Bundesländern und muss bis 31.12.2020 durch eine Allgemeinverfügung erfolgen.

Die Festlegung hat auf Grundlage einer wissenschaftlich basierten Methode zu erfolgen, die aber auf unterschiedlichen Daten basieren und unterschiedliche Berechnungsverfahren nutzen kann. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt ein Verfahren, das auf Feldmessungen der Radonkonzentration in der Bodenluft und der Gasdurchlässigkeit des oberflächennahen Bodens beruht. Aus diesen Messwerten wird das sogenannte geogene Radonpotenzial berechnet. Es können jedoch auch existierende Raumluftmesswerte und/oder zusätzliche Informationen (z.B.: Geologie, Bodenkunde, Bergbau) in die Bewertung einfließen.

Das BfS hat eine bundesweite Prognosekarte des geogenen Radonpotenzials auf Basis eines 10 x 10 km-Rasters berechnet.

Bei Radonvorsorgegebieten handelt es sich um Gebiete, „für die erwartet wird, dass … die Radonkonzentration … in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert … überschreitet“. Konkret bedeutet dies, dass auf mindestens 75 % des betrachteten Gebiets der Referenzwert in mindestens 10 % der Anzahl der Gebäude überschritten wird.

In der BfS-Karte stellen Bereiche mit einem RP < 20 nach derzeitigem Kenntnisstand kein Radonvorsorgegebiet dar, Bereiche mit einem RP > 44 werden dagegen als Radonvorsorgegebiet eingestuft. Im dazwischenliegenden Bereich ist eine belastbare Aussage (noch) nicht eindeutig möglich. Zur Zeit werden in verschiedenen Bundesländern weitere Messkampagnen (Boden-, Raumluft) zur Verbesserung der Datengrundlage durchgeführt.

Wichtig zu wissen ist, dass diese Karte aufgrund des groben Rasters nicht als Prognoseinstrument für kleinräumige Aussagen (z.B.: Baugrundstück) genutzt werden kann. Solche Bewertungen können nur auf Basis von Feldmessungen vor Ort erfolgen. Die Ausweisung wird sich auf Verwaltungseinheiten beziehen (z.B.: Kreis, Gemeinde) und als Liste und/oder Karte veröffentlicht. Die Festlegung dieser Gebiete soll mindestens alle 10 Jahre durch die Bundesländer überprüft werden.


Die Ausweisung von Radonvorsorgegebieten dient der Priorisierung. Hierdurch sollen Regionen benannt werden, in denen die Referenzwertüberschreitung in Gebäuden höher ist und in denen daher größerer Handlungsbedarf besteht. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass in einem Radonvorsorgegebiet nicht in jedem Gebäude der Referenzwert überschritten wird. Umgekehrt – und nicht weniger wichtig, weil oftmals verkannt oder nicht beachtet – können auch in Gebäuden, die nicht in Radonvorsorgegebieten liegen, Referenzwertüberschreitungen auftreten. Die o.g. Ausweisung basiert auf bekannten statistischen Zusammenhängen. Für die Bestimmung der Radonbelastung eines konkreten Gebäudes oder an einem bestimmten Arbeitsplatz ist immer eine Messung notwendig!

Strahlenschutzgesetz

Informationen zu Referenzwert, Radonvorsorgegebiete (Ausweisung, Messpflicht), Arbeitsplatz, Gebäude

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